Neuigkeiten im April 2015

Liebe Uganda-Freunde,

wir freuen uns, Euch anliegend die positive Entwicklung der Vereinsprojekte übermitteln zu können.

Renate Blank und Thomas Langsch waren – begleitet von einem weiteren Vereinsmitglied, Peter Schaller – im April 2015 wieder für knappe zwei Wochen in Uganda, haben sich von den bestehenden Projekten überzeugt und eine ganze Menge für die Zukunft auf den Weg gebracht.

Termine

Jubiläumsfeier „25 Jahre Nord Süd Forum München e. V.“ Für eine solidarische Welt, 14.11.2014 in München mit einem Redebeitrag der Vorstandsvorsitzenden: „Was bedeutet das NoSFo für uns“

Teilnahme der Vorstandsvorsitzenden an Podiumsdiskussion, 19.01.2015: Entwicklungspolitik und Beteiligungsmöglichkeiten – SPD-Bundestagsfraktion informiert in Nürnberg

Teilnahme der Vorstandsvorsitzenden an Mitgliederstammtisch NosFo, München: „Segen und Fluch – Mittel von Zuschussgeldern für Partnerprojekte in Afrika-Asien-Lateinamerika“, 18.02.2015

Abschiedsfest für Johanna Donner, stellv. Geschäftsführerin Nord-Süd-Forum München, 06.03.2015

Erfolgreiche Seminarteilnahme der Vorstandsvorsitzenden „Holzer’sche Agroökologie“ mit dem Schwerpunkt Landschafts-Renaturierung, Burgenland, 27. – 29.03.2015.

Wir begrüßen herzlich unsere neuen Mitglieder und freuen uns über die Unterstützung

Tanja Palladino, Siegfried Kohlmaier, Elisa Ovidi, Rosina Koch, Eva Maria Scherrer.

Projektentwicklung

1. Begegnungszentrum - Aidswaisenhaus

Nach relativ kurzer Anlaufzeit ist das errichtete Zentrum inzwischen schon nahezu ausgelastet. Entgegen unseren ursprünglichen Vorstellungen von kleinen Klassenräumen mit Unterricht für Vor- und Grundschulkinder hat es sich nun in erster Linie in ein Aidswaisenhaus entwickelt. Die Tatsache, dass es immer noch wirklich schlimme Kinderschicksale gibt, veranlasst Frau Nakajigo zur Aufnahme von mehr und mehr Kindern und Jugendlichen. Wir haben uns überzeugt, dass dies eine notwendige und richtige Entwicklung ist.

Dauerhaft leben hier inzwischen 12 Kinder, deren Pflegepersonen z. B. verstorben sind oder sie misshandelt haben. Oft werden die Kinder von den Verantwortlichen nicht zur Schule geschickt, weil sie in Haus oder Garten helfen müssen oder die Familien sind einfach so arm, dass es nicht genügend zu Essen gibt. Dass solche Umstände schnell bekannt werden, verdanken wir Frau Nakajigo, die sich und uns durch regelmäßige Besuche der Kinder und in den Schulen auf dem Laufenden hält.

Die entstandene Gemeinschaft ist vergleichbar mit einem „SOS-Kinderdorf“. Frau Nakajigo ist Vertraute und Ansprechpartnerin sowie Organisatorin aller Belange der Kinder. Frau Passy Nalubega (die über den Verein zur Hauswirtschafterin ausgebildet wurde), ist seit 01.02.2015 verantwortlich für Küche und Haushalt und wird von zwei jungen Frauen mit kleinen Babys unterstützt (auch sie haben dadurch die Möglichkeit einer Lebensgrundlage für sich und ihre Kinder). Ebenso seit Februar lebt und arbeitet ein junger Mann, Herr Kukumba, im Projekt. Er sorgt für die Sicherheit und unterstützt Frau Nakajigo im Garten und bei handwerklichen Tätigkeiten.

Auch alle anderen Kinder fühlen sich sehr wohl im HiH-Zentrum. Sie genießen eine „richtige Familie“, nehmen ihre Aufgaben wahr, haben reichlich und regelmäßig zu essen, viel Zeit zum Spielen und vor allem Menschen, die sie und ihre Belange ernst nehmen.

Das bedeutet, dass in den Ferienzeiten April, August und Dezember/Januar, 45 Patenkinder und das Personal im HiH-Zentrum wohnen. (Oft kommt es vor, dass der eine oder die andere nicht mehr zurück wollen.) Ergänzt wird die Gruppe durch Kinder aus dem Dorf, die von Zeit zu Zeit fürs Wochenende eingeladen werden damit das Projekt besser in die Dorfgemeinschaft integriert wird. Um diesen Umständen gerecht zu werden, wurden 11 weitere Betten, Decken und Matratzen (es liegen immer mindestens zwei Kinder in einem Bett), Regale zur Aufbewahrung der persönlichen Gegenstände, große Kochtöpfe und Haushaltswaren angeschafft.

Durch das große Engagement von Frau Nakajigo versorgt das vereinseigene große Grundstück alle u. a. mit den Grundnahrungsmitteln Bananen, Bohnen, Mais, Kartoffeln oder Cassava. Zugekauft werden müssen Zucker, Salz, Seife und Fleisch für den Sonntag.

Eine andere positive Entwicklung ist, dass die Dorfbewohner das Projekt mehr und mehr annehmen und Frau Nakajigo ihnen Rat und Hilfe bietet. So verdienen einige Frauen saisonal etwas Geld für die Hilfe im Garten und für ein kleines Mädchen konnten kürzlich neue Paten gefunden werden. Auch konnte Renate einen bösen Schlangenbiss am Finger eines Kindes erfolgreich versorgen und heilen. 

Was während des Besuchs diskutiert und teilweise umgesetzt wurde

Tierhaltung

Beschlussfassung, die bestehende kleine Schweinezucht – den unterschiedlichen Auffassungen von Tierhaltung geschuldet - aufzugeben und sich ausschließlich der Hühnerzucht zu widmen: Hühner haben für nachts einen Stall und laufen tagsüber frei herum, Schweine leben in extrem kleinen Betonställen und benötigen zusätzliches Kraftfutter.

Landwirtschaft/Garten

Errichtung eines Hügelbeetes und Anlage einer Pflanzterrasse

Beschlussfassungen

keine Mono-, sondern Mischkulturen, Wechselkulturen, Pflanzung von hoch wachsenden Frucht- und einheimischen Laubbäumen zur Beschattung der Felder, eingeschränkte Pflanzung von Kaffeesträuchern zur Einkommenssicherung.

Ressourcen

Viele Menschen brauchen viel Wasser für den Haushalt. Deshalb wurden inzwischen zwei 10.000 Liter Tanks auf dem Grundstück aufgestellt, die über Dachrinnen das Regenwasser vom Hausdach einleiten. Festgestellt wurde, dass die Dachrinnen nicht effektiv und auch nicht vollumfänglich gestaltet waren. Bis zum Ende unseres Besuches wurden diese Mängel beseitigt.

Mit dem örtlichen Brunnenbauer wurde die Errichtung einer Brauchwasserzysterne auf dem Grundstück erarbeitet. Sie soll unterirdisch erstellt, durch gesammeltes Regenwasser der Terrassen gefüllt und mit einem Rohrleitungssystem zur Versorgung des Grundstücks genutzt werden können. Renate Blank hat zur Kostenübernahme einen Förderantrag bei „Engagement Global“ gestellt.

Die traditionelle Art in Uganda mit Hilfe einer offenen Feuerstelle zu kochen verbraucht sehr viel Holz. Deshalb wurde im HiH-Center ein fester, schwerer Herd mit Abzug in der Küche errichtet. Festgestellt wurde, dass dieser nicht effektiv genutzt wird. So wird das Türchen offen gelassen, da das Holz – so wie es kommt – meterlang hineingeschoben wird, bis es verbraucht ist. Mangels passenden Töpfen sind die Plattenöffnungen teilweise unbedeckt, Energie geht verloren und enormer Rauch verbreitet sich im Raum.

In einer Gemeinschaftsaktion wurden deshalb ein Sägebock und ein Hackstock aus vorhandenem Material gebaut und zwei Sägen angeschafft. Mit den Bewohnern wurde die Handhabung geübt, was ihnen sehr viel Spaß machte. Beschlossen wurde auch eine leichte Überdachung des Holzes, um es vor Regen zu schützen. Die neu gekauften Töpfe verschließen die Platten vollständig, Rauchentwicklung und Energieverlust wurden damit minimiert.

Bibliothek

Mit aus Deutschland mitgebrachten gebrauchten Büchern wurde begonnen, eine kleine englischsprachige Bibliothek einzurichten. Geachtet wurde bei der Auswahl auf Inhalte für die Altersstufen 3 – 18 Jahre sowie das Vorkommen von schwarzen Menschen. Ein Mädchen: Jane Nakatte, übernahm die Verantwortung zur Überwachung der Ausleihe.

2. Women

Das Minikredite-Projekt der Frauen läuft nach wie vor selbstständig. Sie sparen noch für die Anschaffung einer angemessenen Ausstattung und einer Uniform und möchten im Mai mit dem Catering beginnen.

3. Schulen

St. Charles Lwanga Primary: Es wurden zwei weitere Klassenräume mit Fußböden ausgestattet und die Sanitäranlagen der Mädchen erneuert. Als nächstes soll die Einzäunung vervollständigt und das Dach der Schlafräume ausgebessert werden.

Butale Mixed Primary: Der Wassertank samt Sammeldachrinnen wurde durch eine Spende des Ignaz-Kögler-Gymnasiums, Landsberg fertiggestellt. Als nächstes können durch eine Spende des Städtischen Berufschulzentrums an der Bergsonstraße Fenster erneuert und das Dach der Klassenräume ausgebessert werden, wo es zurzeit hineinregnet.

4. Bauernhoftour

Die ugandische Reiseleiterin Frau Vivian Kironde erarbeitete für kleine Reisegruppen eine „Bauernhoftour“ in unserem Projekt. Besuchern sollen entgeltlich lokale Anbau- und Kochmethoden gezeigt werden. Abschließend werden ein einfaches Mittagessen serviert und lokale Tänze dargeboten.

Unser herzlicher Dank gilt Frau Nakajigo, deren größte Anstrengung darin besteht, die ständigen Bitten und Anfragen entgegenzunehmen und durch die eingeschränkten Möglichkeiten eine Auswahl zu treffen, wem geholfen werden kann und wer vorerst abgewiesen werden muss.

Vielen Dank für Ihr Interesse, Ihre Kritik und Rückmeldungen.

Ihre
Renate Blank im April 2015

Spendenkonto

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