Wirtschaft

Uganda wurde einst von Winston Chur­chill wegen seiner natürlichen Ressourcen die „Perle Afrikas“ genannt. Die Herrschaft Idi Amins in den 1970er Jahren und die daran anschließenden Bürgerkriege haben Wirtschaft und Gesellschaft erschüttert. Seit der Machtübernahme Musevenis 1986 wurden für die Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen geschaffen, vor allem durch die mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank ausgehandelten Strukturanpassungsprogramme, die jedoch eine Abwertung der Landeswährung Uganda-Schilling (USh), Kürzungen der Sozialausgaben, Entlassung von Staatsbeamten, Privatisierungen, die Einführung einer Mehrwertsteuer u. a. als Voraussetzungen für Kredite von IWF und Weltbank hatten. Die bilateralen Geber, die von der wirtschaft­lichen Erfolgsgeschichte Ugandas unter Museveni überzeugt waren, leisteten großzügige Hilfszahlungen.

Die Abhängigkeit des Budgets von externer Finanzierung (in erster Linie Gelder der Entwicklungshilfe) wurde jedoch aufgrund der zu geringen Mehrwertsteuereinnahmen und des schwachen Exportsektors bei insgesamt überhöhten Staatsausgaben nicht wesentlich verringert. Die ökonomische Liberalisierung führte zu diversen makro­ökonomischen Veränderungen und beeindruckenden Eckdaten einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von ca. 5% und einer relativ geringen Inflationsrate von gut 6% Ende 2008 (200% im Jahr 1987).

Die Landwirtschaft bildet mit über 20% des BIP weiter einen wichtigen Sektor in der Wirtschaft Ugandas, in dem geschätzte 80% der erwerbstätigen Bevölkerung tätig sind, zumeist in der Subsis­tenzwirtschaft, die auch den Großteil der Ernährung sichert. Neben der Lebensmittelproduktion für den Eigenbedarf werden Baumwolle, Tabak, Tee und Kaffee (bislang mehr als die Hälfte der Exporterlöse) erzeugt. Der Subsis­tenzsektor soll stärker in die Marktwirtschaft eingebunden werden.

Der inzwischen wichtigste Wirtschaftssektor ist mit mehr als 50% des BIP der Verwaltungs- und Dienstleis­tungssektor, gefolgt vom Außenhandel mit 16% (der Abbau von Gold und Erzen sowie die angelaufene Ölförderung werden für den Exportsektor immer wichtiger), dem langsam wieder anwachsenden verarbeitenden Sektor mit deutlich über 10% und dem Tourismus mit 6–8% des BIP.

Neben den erst kürzlich erschlossenen Ölvorkommen, deren industrielle Ausbeutung ab 2010 beginnen soll, sind relevante Vorkommen an Bodenschätzen für Kupfer, Kobalt, Kalkstein (für die Zementherstellung) und Salz festzustellen. Regional besteht eine starke Konzentration der wirtschaftlichen Tätigkeit auf den Süden des Landes, bedingt durch bessere klimatische Verhältnisse in der Landwirtschaft sowie durch die ausgedehnte Verstädterung dieses Gebietes. Der Norden und Westen wurde besonders in den Grenzgebieten aufgrund der Instabilität durch Rebel­len­aktivitäten in den letzten Jahren wirtschaftlich stark beeinträchtigt. Nennenswerte Industrien sind traditionell das Zementwerk in Hima, das im Ausbau begriffene Wasserkraftwerk in Jinja, das für 99% der inländischen Stromproduktion verantwortlich zeichnet, sowie größere Betriebe im Bereich von Bierbrauerei/Getränkeherstellung, Tabakverarbeitung, Textilherstellung und Zuckerherstellung.

Trotz guter makroökonomischer Erfolge konnte die Massenarmut nicht beseitigt werden, obwohl die Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt der Wirtschaftsplanung gerückt wurde. Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Perspektiven der letzten Jahre resultierten u. a. aus der Korruption, der für Uganda ungünstigen Entwicklung der Weltmarktpreise z.B. für Kaffee, und den Folgewirkungen der Immunschwä­che AIDS sowie der Verstrickung in militärische Konflikte in Nachbarländern und im eigenen Land.

Schwerpunkt der staatlichen Wirtschaftspolitik bleiben weiterhin die Modernisierung der Landwirtschaft – immer noch Hauptmotor der Wirtschaft – und die Verbesserung von Verwaltung bzw. öffentlichen Dienstleis­tungen („Public Service“). Der Regierung ist es auch gelungen, zusätzlich zum Hauptexportprodukt Kaffee den Export zu diversifizieren, beispielsweise mit Schnitt­blumen, Gemüse, Fisch oder Baumwolle.

Nach den jüngsten wirtschaftlichen Daten erreichte das Wachstum des BIP in den Jahren 2005 bis 2008 5–6%. Für die Armutsverminderung werden seit einigen Jahren IWF-konform gesonderte Haushaltsmittel in Höhe von umgerechnet mehreren 100 Mio. US-$ bereitgestellt. Von durch­schlagenden Erfolgen bei der Bekämpfung der Armut auf dem Land kann bislang jedoch nicht die Rede sein.

Der vor allem seit 2004 hohe Weltmarktpreis für Erdöl und Ugandas Verstrickung in die kriegerischen Konflikte in der Region der Großen Seen beeinträchtigten die wirtschaftlichen Pers­pektiven schwer. IWF und internationale Geber nahmen an den hohen Militärausgaben, unzureichender Korruptionsbekämpfung und demokratischen Defiziten Anstoß, die UN und wichtige UN-Mitgliedsstaaten kritisierten Ugandas völkerrechtswidrige Beteiligung an der Plünderung von Ressourcen im kriegsgeplagten Nachbarland DR Kongo. Zugleich kletterten die Auslandsschulden trotz der Einbeziehung Ugandas in die sogenannte HIPC-Initiative (HIPC = Heavily Poor Indebted Countries) des IWF und der Weltbank von 1995 bis 2005 von 2,9 auf zwischenzeitlich 4,8 Mrd. US$.

Der Krieg im eigenen Land, die Notwendigkeit zur Versorgung von bis zu 1,7 Millionen Binnenflüchtlingen und eine unzureichende eigene Agrarproduktion führten im Frühjahr 2005 zu einer Nahrungsmittelkrise, die über 10% der Bevölkerung bedrohte. Als Folge dessen, aber auch aufgrund gestie­gener Kosten für importiertes Erdöl sprang die Inflation vorübergehend in den zweistelligen Prozentbereich (Mitte 2005: 10%, Ende 2008: 6,3%). Der Anstieg der Lebenshaltungskosten be­lastet vor allem die Ärmsten der Armen. Nach Analysen der Weltbank wäre ein längerfristiges jährliches Wachstum von 7–9% nötig, um die Armut wirksam be­kämpfen zu können.

Die negativen Auswirkungen der innenpolitischen Spannungen in Kenia seit Ende 2007 auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung Ugandas (wie auch Ruandas) waren nur vorübergehend. Durch Einschränkung der Benzin- und Kerosintransporte aus dem kenia­nischen Mombasa kam es im Januar 2008 z.B. zeitweise zu einer Vervierfachung der Treibstoffpreise in Uganda und zur Streichung zahlreicher Inlandsflüge. Auch die Abwicklung der ugandischen Exporte über den kenianischen Hafen Mombasa kann bei anhaltender Insta­bilität in Kenia generell problematisch werden.

Anfang 2010 war absehbar, dass eine kontinuierliche Fortsetzung des bisherigen Wirtschaftswachstums von rund 6% jährlich für 2009 und 2010 nicht zu erwarten ist. Für 2009 wurde ein reales BIP-Wachstum von ca. 4% errechnet. Die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise auf Ugandas relativ kleine und offene Wirtschaft sind für diesen Rückgang des Wachstums verantwortlich.

In den vergangenen 20 Jahren zeigte insbesondere der wirtschaftliche Umstrukturierungsprozess positive Ergebnisse (Produktionsförderung in den Sek­toren Industrie und Dienstleistungen). Dem Dienstleistungssektor, der bereits 2010 mehr als 45% zum BIP beitrug, wird mittlerweile das größte Wachstumspotenzial zugewiesen. Insbesondere die Bereiche Telekommunikation und Finanzdienstleistungen zeigten sich in den letzten Jahren sehr stark. Allerdings wurde auch hier für 2009 und 2010 ein eingeschränktes Wachstum prognostiziert.

Der Tourismussektor gilt als schnell wachsender Bereich und wichtige Deviseneinnahmequelle, doch wird sein Wachstum voraussichtlich im Zuge der Wirtschaftskrise vorübergehend abnehmen, da bei den ausländischen Touris­tenzahlen mit Einbußen aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation in bedeutenden Herkunftsländern zu rechnen ist.

Kenndaten 2009

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 6,5 Milliarden oder 248 US-Dollar je Einwohner. Die Landwirtschaft, in der etwa 82 % der Einwohner beschäftigt sind, erwirtschaftet 35,8 % des BIP. Diese Zahl ist im Verhältnis zur Beschäftigtenzahl so gering, da viele Bauern noch in Subsistenzwirtschaft produzieren. Die Industrie hat einen BIP-Anteil von 20,8 % (5 % der Beschäftigten), der Dienstleistungssektor von 43,6 % (13 % der Beschäftigten). Die Inflationsrate beträgt 3,5 %.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 2,8 Mrd. US-Dollar. Dem standen Einnahmen von umgerechnet 2,2 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2009 3,1 Mrd. US-Dollar oder 19,7 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,0 %
  • Bildung: 5,2 % (2004)
  • Militär: 2,2 %
Der Text wurde aus folgenden unterschiedlichen Quellen zusammengestellt (für evtl. Widersprüche kann keine Verantwortung übernommen werden)

1. Der größte Teil stammt aus „Wikipedia, die freie Enzyklopädie“ unter dem Stichwort „Uganda“. Deshalb wurden einige interessante Links zur Online-Enzyklopädie im Text belassen.

2. Der Rest der Daten stammt von der Homepage des Konsulats von Uganda. Der Verwendung wurde zugestimmt.

3. Die Tabelle am Anfang von „Allgemein“ haben wir von der Internetseite safari-in-uganda mit geringen Änderungen übernommen. Ebenso den ersten Teil des Abschnitts über das Bildungssystem in Uganda. Der Verwendung wurde zugestimmt.

Wir bedanken uns bei allen ausdrücklich dafür!